Henley Masters Regatta 2026 - ein Ruderabenteuer in England

LFRK

Die Royal Henley Regatta ist mit den stylisch gekleideten Zuschauern und den traditionellen Pokalen ist weithin bekannt. An gleicher Stelle findet ein paar Tage später die Henley Masters Regatta (HMR) statt. Der Start ist ebenfalls am Temple Island, jedoch ist die Strecke „nur“ 1000 m lang. Der Dresscode ist auch entspannt. Man kann Klubblazer tragen, muss es aber nicht.

Die Meldeprozedur ist nicht ganz einfach und die Reise in ein Nicht-EU-Land ist auch recht kompliziert. Trotzdem konnten wir uns mit einer Dreier-Gruppe aus Schleswig-Holstein mit einem Anhänger und zwei Doppelzweiern auf den Weg nach England machen. Wir fuhren abends los, wodurch wir viel Verkehr und die Sommerhitze vermeiden konnten. Morgens früh um kurz nach sechs fuhren wir dann mit der Fähre von Calais nach Dover – wunderschön. Die Fahrt durch Südengland und an London vorbei war dann schon anstrengender. Der wichtigste Faktor beim Bootslagerplatz waren die wenigen Bäume; wir konnten uns zum Glück einen Platz im Schatten sichern. Am ersten Abend waren wir beim Henley Master International Crew Event beim Leander Club, wo wir an einer Führung teilnehmen konnten. Vom Balcony-Room bis zur Library und in der Ergo-Kraft-Raum konnten wir alles ansehen. Viele Bilder von Olympiasiegern an den Wänden und noch mehr geputzte (!) Pokale in den Vitrinen. Gegründet im Jahre 1818, ist der Leander Club der erfolgreichste Ruderverein der Welt mit 159 Olympischen und Paraolympischen Medaillen  – 62 davon in Gold. Ein Teil des Gebäudes ist ein Hotel, was neben den Mitgliedsbeiträgen zur Finanzierung des Sportbetriebs (etwa 60 Top-Level-Ruderer:innen) beiträgt.

Am Freitag 10. Juli ging es gegen Mittag mit dem ersten Rennen los: Matthias Bibo Borchardt (EKRC/LRK) und Maj-Britt Borchardt (LFRK) im Mx MasF 2x (Mix-Doppelzweier mit einem mind. Durchschnittsalter von 60 Jahren). Die Regatten in Henley laufen so, dass immer nur zwei Boote gegeneinander fahren können. Unter Umständen ist man schon nach der ersten Runde „raus“. Wir fuhren ein gutes Rennen und kamen somit weiter ins Halbfinale. Am späten Nachmittag waren Bibo und Wilken von Behr (RRC) im Op MasG 2x (Männer-Doppelzweier mit einem mind. Durchschnittsalter von 65 Jahren) dran. Sie ruderten souverän vorweg und kamen somit weiter ins Halbfinale.

Am Samstag 11. Juli stand für uns mittags das Halbfinale im Mx MasF 2x auf dem Programm, das wir mit drei Längen gegen Cambridge, USA-Endeavor-Composite gewinnen konnten. In der heißen Abendsonne waren wir beim Crew Social Event-BBQ beim Upper Thames Rowing Club (UTRC) direkt an der Regattastrecke, was sehr nett war.

Der Sonntag war für Bibo eine besondere Herausforderung: es waren drei Rennen möglich. Als erstes siegte er morgens im Halbfinale mit Wilken, dann wurde er mit Maj-Britt im Mix-Finale zweiter gegen River City Rowing Club (USA) und nach einer knappen Erholungspause im Schatten gewannen Wilken und Bibo ihr Finale nach einem spannenden Rennen, gecoacht von Wilkens Sohn auf dem Klapprad, in 3:41 mit ½ Länge vor Bradford on Avon Rowing Club. Belohnt wurden sie mit der begehrten „red box“ inclusive Medaille – was für ein schöner Erfolg!

Den Montag nutzten wir für ein wenig Kultur in London, genauer für einen Besuch in den Royal Botanical Gardens (KEW). Unser handliches Gespann (ca. 16 m Länge) konnten wir recht bequem beim Barnes Bridge Ladies Rowing Club parken. Der Londoner Feierabendverkehr verlangsamte unsere Heimreise deutlich, aber wir erreichten noch rechtzeitig unsere Fähre und fuhren über Nacht bzw. in den Tag hinein wieder nach Hause.